Expertenbeitrag

„Gutes Morgen, Mainz“ – ein Lebensgefühl als Kampagnenmittelpunkt

Einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen, ist schwer, einen Wahlkampf in einem (groß-)städtischen Milieu noch schwerer – gerade für die CDU. Mein Wahlkreis in der Mainzer Innenstadt gilt für die CDU als ungewinnbar. Das soll sich bei der kommenden Landtagswahl im März 2021 ändern. Wie mein Team und ich das vorhaben? Neue Wege gehen!

Mein Wahlkreis ist sehr studentisch geprägt. Und Mainz ist eine Stadt mit langer Geschichte. Darauf sind alle stolz. Unser Ansatz fußt deshalb auf dem Spagat zwischen Neuem und Altem. Die Mainzer Bürgerinnen und Bürger lieben ihre Heimatstadt. Wir sind voller Lebensfreude, gesellig, umtriebig, sprechen gerne Dialekt (oder was wir dafür halten...) und tauchen mit großer Freude in dieses Lebensgefühl unserer Heimat und Mitmenschen ein!

Was läge da also näher als die Stadt und unsere Ideen für ihre Weiterentwicklung in den Mittelpunkt der Kampagne zu stellen? Wir sagen: „Gutes Morgen, Mainz.“ Was zuerst wie ein Rechtschreibfehler wirken mag, lässt sich schnell erklären: Jeder wünscht sich ein gutes Morgen für Mainz. Für sich selbst, seine Familie und Freunde und nicht zuletzt für die Heimatstadt, in der man gerne zuhause ist. Außerdem bleibt es im Kopf, man redet drüber, man wundert sich, die Bürgerinnen und Bürger fragen nach!

Ausgerichtet daran haben wir angefangen, Gestaltung, Werbemittel und die unter Corona-Bedingungen möglichen Veranstaltungen zu planen.
 

1. Das Logo​​​​​​​​​​​​​​

​​​​​​​

Um glaubhaft für das gute Morgen in Mainz zu werben, war uns schnell klar, dass wir gerade in der Anfangsphase nicht nur mit dem Foto des Kandidaten auf Drucksachen und Ähnlichem arbeiten können. Es musste ein weiteres Erkennungszeichen her!
Was steht symbolischer für den bzw. das Morgen als der Sonnenaufgang? Nach ein paar Versuchen, diesen mit etwas typisch Mainzerischem zu kombinieren, fiel die Wahl auf das Rad. Jede Mainzerin und jeder Mainzer kennt das Rad aus dem Stadtwappen, es springt auch im Stadtbild immer wieder ins Auge.

2. Werbemittel

Von Anfang an war mir eines wichtig: Keine Materialschlacht! Das ist wenig nachhaltig und überzeugt am Ende keinen der Wähler. Stattdessen haben wir uns gefragt, was würde ich praktisch finden, was würde ich nutzen (und wandert nicht direkt in den Abfall), was würde mich freuen? Bei der Gestaltung haben wir ganz bewusst auf das Logo gesetzt. Die Lebenswirklichkeit der Mainzerinnen und Mainzer war bei der Auswahl entscheidend.

So sind in der Mainzer Innenstadt viele Menschen auf dem Rad unterwegs. Dies betrifft gerade die Studentinnen und Studenten der Mainzer Universität und der Hochschulen und diejenigen, die in der Innenstadt bewusst auf ein Auto verzichten. Wer rechnet da schon mit einer fahrradfreundlichen Kampagne der CDU? Sicher nicht viele, vor allem nicht der politische Gegner. Deshalb gibt es beispielweise zum Semesterstart Sattelschoner für die Studentinnen und Studenten. Mit dem bewussten Verzicht auf den Hinweis zu mir als Kandidaten nutzt zudem vielleicht auch ein Nicht-CDU-Bekenner dieses Werbemittel.


Ein ähnlicher Gedanke hat uns bei drei weiteren Werbemitteln umgetrieben. Eine große Institution im Herzen der Altstadt direkt um den Dom herum ist der Mainzer Wochenmarkt. Jung und Alt trifft sich hier dreimal in der Woche, um die Einkäufe zu erledigen und sich auszutauschen. Samstags wird der Wochenmarkt um das Marktfrühstück erweitert. Hier kommen zum klassischen Markt zusätzliche Stände mit Kaffee, Backwaren, Metzgereien und nicht zuletzt der ansässigen Mainzer Winzer dazu. Ein Pflichtprogramm für die Mainzerinnen und Mainzer jeden Alters. Passend dazu gibt es von uns Kaffeebecher, Weingläser und Einkaufsbeutel für den Marktbesuch.

3. Veranstaltungen

Es ist kein Geheimnis, dass Corona uns einen Strich durch die klassischen Saalveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Bürgerforen gemacht hat und bis zum Wahltermin im März auch weiterhin machen wird. Also hieß es auch hier: anders denken.
Unsere erste Veranstaltungsreihe ist eine Bollerwagen-Tour durch jeden Stadtteil. Vor Ort sein, zuhören, sich Zeit nehmen – und dazu einen Kaffee aus der schicken Gutes-Morgen-Mainz-Tasse! Da solche Formate draußen und in überschaubaren Gruppen stattfinden, sind sie im Moment realisierbar. Ein paar Einblicke gibt’s übrigens auf unserer Kampagnen-Seite auf Instagram und Facebook. Gerne mal vorbeischauen! (@gutesmorgenmainz)

Wir sind gespannt, was die nächsten Monate bringen. Ob´s klappt? Wir hoffen es. Getreu meinem Motto – zugegeben entlehnt von Konrad Adenauer – „das Wichtigste ist der Mut“ gehen wir es motiviert an! Für die CDU, für Rheinland-Pfalz und für ein Gutes Morgen in Mainz.

​​​​​

Über den Autor

Gerd Schreiner ist Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU. Zur Landtagswahl 2021 kandidiert er in der Landeshauptstadt Mainz.

Um einen Kommentar zu hinterlassen, melden Sie sich bitte hier an.

MS
Marco Schühneman Vor 17 Tagen

Natürlich hat die CDU mit einem neuen Erstbewerber auch in diesem Wahlkreis neue Chancen.

 

Diesen Wahlkreis als für die CDU nicht gewinnbar zu bezeichnen halte ich für eine Fehleinschätzung.

 

Nachdem 2001, 2006, 2011 und 2016 der (immer gleiche) CDU-Direktlandidat den Vorsprung von CDU-Erst- zu CDU-Zweitstimmen fast vollständig egalisiert hat wird es interessant sein, ob 2021 in diesem Wahlkreis - als einem der ganz wenigen in Deutschland - es schafft mehr Zweit- als Erststimmen zu generieren.

 

Also meiner Einschätzung nach hat die CDU - auch Dank guter Bundes- und Landesstimmung - mit einem neuen Kandidaten/ Kandidatin gute Chancen mit bürgernaher Politik und permanenter Präsenz bei den Menschen / Vereinen / Unternehmen / Institutionen auch in diesem Teil der Stadt Mainz reele Chancen den Wahlkreis direkt zu gewinnen.

 

Ach Stopp, das geht ja erst 2026, weil 2021 es der gleiche Kandidat wie 2001, 2006, 2011 und 2016 ist.

 

Aber dieser Kandidat hat die Gnade und Gunst der CDU-Landesliste

 

Empfohlene Beiträge

Expertenbeitrag
Cosmonauts & Kings
Expertenbeitrag
Martin Fuchs
Expertenbeitrag
Sophie Petschenka
Expertenbeitrag
David J. Knepper
Expertenbeitrag
Gerd Schreiner