Erste Lehren aus US-Kampagnen - Interview mit Hahrie Han

Der zurückliegende US-Präsidentschaftswahlkampf war nicht zuletzt wegen des Ergebnisses ein interessanter. In den nächsten Monaten werden zahlreiche Analysen entstehen, die die Wahl von Donald Trump zu erklären versuchen. Das eine oder das andere Elemente der Wahlkampfführung wird hinterfragt und neujustiert werden. Dennoch: Ein Trump Erfolg heißt nicht, dass er alles richtig und Hillary Clinton alles falsch gemacht hat. Das gilt vor allem mit Blick auf das knappe Ergebnis.

 

Wir haben mit Hahrie Han, Associate Professor of Political Science an der University of California, Santa Barbara, über die Rolle der Freiwilligen und Mobilisierung im US-Wahlkampf gesprochen. Han hat als Co-Autorin von "Groundbreakers. How Obama's 2.2 Million Volunteers transformed campaigning in America" quasi die Blaupause für moderne Mobilisierungskampagnen aufgeschrieben.

In unserem Interview betont sie zwei spannende Entwicklungen: Zum einen die Fähigkeit der Trump-Kampagne, die Identität von Wählern geformt zu haben (bspw. die Gruppe der Weißen Arbeiter im Rustbelt). Zum anderen meint Han, dass die Clinton-Kampagne dem Feedback auf der Straße, an den Türen etc. zu wenig Gewicht gegeben hätte. Stattdessen hätte man sich stärker auf Umfragen und v.a. Wählergruppen verlassen, die am Ende zwar für Obama, aber dann nicht für Clinton zur Urne gingen.

Hören Sie sich das komplette Interview an:

Zudem finden Sie hier ein Interview auf →focus.de und unseren →Veranstaltungsbericht.

Ralf Güldenzopf