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In vier Schritten zur Pressemitteilung

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Soziale Medien, Blogs und andere Seiten: Wer sich über Bundes- und Weltpolitik informieren möchte, greift immer öfter auf diese Quellen zurück. Die Leserzahlen traditioneller Medien gehen zurück. In der Kommunalpolitik spielt die Lokalpresse jedoch eine nach wie vor wichtige Rolle für die Informationsbeschaffung und Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger. Für Kommunalpolitiker bedeutet das: Mit einer guten Pressearbeit lässt sich vor Ort punkten. Diese vier Schritte sollten Sie beim Verfassen Ihrer Pressemitteilung beachten:

1. Persönlichen Kontakt aufbauen

Journalistinnen und Journalisten sind gefragte Leute. Nicht selten erhalten sie täglich so viele Pressemitteilungen, dass sie gar nicht alle lesen können. Suchen Sie daher den Kontakt zu ihnen, stellen Sie sich vor und machen Sie Ihrerseits ein Angebot. Ein solches Angebot kann beispielsweise darin bestehen, sich für Rückfragen anzubieten, wenn Journalistinnen und Journalisten Fragen zu aktuellen Stimmungen oder Anträgen in der Politik haben. Ihr Ziel sollte es sein, die E-Mail-Adresse eines Politikredakteurs zu erlangen. Damit haben Sie allen Pressemitteilungen, die an zentrale E-Mail-Adressen aus dem Zeitungsimpressum verschickt werden, etwas voraus. Im Optimalfall haben Sie einen Verteiler mit solchen Adressen.

2. Relevanz prüfen

Bevor Sie sich an eine Pressemitteilung setzen, sollten Sie sich in die Lage Ihres Adressaten, des Redakteurs oder der Redakteurin, hineinversetzen. Diese suchen stets den Mehrwert für ihre Leserinnen und Leser. Stellen Sie sich daher die Frage: Sind meine Informationen neu und für die Leserinnen und Leser der Zeitung von Interesse? Was genau ist relevant, was kann man streichen? Wenn Sie diese Fragen bei Ihrer politischen Arbeit immer im Hinterkopf behalten, werden Sie in Zukunft öfter öffentlichkeitswirksame Themen finden. Denken Sie daran: Ihre Pressemitteilung steht in Konkurrenz zu zahlreichen anderen. Halten Sie sich daher kurz und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Informationen.

3. Erst W-Fragen klären, dann anschaulich schreiben

Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? – Diese Fragen sollten in den ersten beiden Sätzen Ihrer Pressemitteilung geklärt werden. Danach sollten Sie möglichst interessant schreiben. Ihre Pressemitteilung ist aber kein gut erzählter Witz, an deren Ende die Pointe steht. Sie soll informieren. Stellen Sie deshalb Ihren wichtigsten Punkt voran. So gewährleisten Sie auch, dass Redakteurinnen und Redakteure Ihre Botschaft nicht verpassen, weil sie schon vorher aufhören zu lesen. Nutzen Sie darüber hinaus Zitate. Diese unterstreichen wichtige Argumente und stellen einen persönlichen Bezug her. Versuchen Sie sich dabei an sinnvoller anschaulicher Sprache (Metaphorik). Damit bleiben Ihre Zitate im Gedächtnis. Halten Sie sich dabei immer sachlich – das erhöht Ihre Glaubwürdigkeit und damit die Chancen, dass Ihre Pressemitteilung Beachtung findet. Meinungen sollten durch direkte oder indirekte Zitate immer als solche gekennzeichnet werden. Umgangssprache, Plattitüden und Wortspiele haben in einer Pressemitteilung nichts zu suchen.

4. Das Erscheinungsbild abrunden

Ihre Pressemitteilung ist fertig, hat mindestens eine Korrekturschleife durchlaufen und ist von allen wichtigen und zitierten Leuten freigegeben worden? Dann fehlt nur noch der Feinschliff. Wählen Sie eine aussagekräftige und kurze Überschrift. Schreiben Sie nicht: „Max Mustermann besuchte örtliches Bekleidungsgeschäft und warb für die regionale Wirtschaft“. Stellen Sie Ihre Botschaft in den Vordergrund, indem Sie beispielsweise schreiben: „Mustermann will regionale Wirtschaft stärken“ Bei längeren Pressemitteilungen, die sich manchmal nicht vermeiden lassen, sollten Sie Zwischenüberschriften zur Strukturierung nutzen. Die Pressemitteilung sollten Sie im PDF-Format verschicken und mit einem Logo, einer Anschrift, Ihnen als Ansprechpartner sowie Ort und Datum des Versands versehen. Hängen Sie Ihrer E-Mail ein oder mehrere aussagekräftige Fotos an und beschreiben Sie im Bilduntertitel, was darauf zu sehen ist. Vergessen Sie dabei nicht, den Urheber oder die die Urheberin des Fotos zu nennen. Ein letzter Tipp: Verschicken Sie Ihre Pressemitteilung nach Möglichkeit vormittags. So ist sie nicht „von gestern“ und die Lokalredakteurinnen und -redakteure haben noch genug Zeit, sie für die Ausgabe am nächsten Tag zu verwenden.

 

Über den Autor

Marcel Schmidt ist Referent für Politische Kommunikation bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Zuvor hat er Politische Kommunikation studiert und war stellvertretender Pressesprecher der CDU in Niedersachsen.

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