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Meine erste Kandidatur – Was muss ich wissen?

Im Video erklärt Christian Meyer, Landesgeschäftsführer der CDU Niedersachsen, die Grundlagen einer Kommunalkandidatur.

 

Kandidatur

Am Anfang steht die Frage: Warum soll ich überhaupt über eine kommunale Kandidatur nachdenken? Ganz einfach: Demokratie lebt vom Mitmachen – auch wenn die Wahlchancen nicht immer aussichtsreich sind. Eine Kandidatur ist immer besser, als keine Verantwortung zu übernehmen. Das Motto lautet: Machen, statt meckern.

Nach der grundsätzlichen Entscheidung eine Kandidatur anzustreben, sollten Sie sich über Ihren persönlichen Grund hierfür klar werden. Was ist Ihre Motivation? Sprechen Sie auch mit Ihrem Umfeld, insbesondere Ihrer Familie, über Ihr Unterfangen. Eine Kandidatur – und noch mehr ein gewonnenes Mandat – ist eine Veränderung, die auch stark in den privaten Bereich hineinreicht. Lösen Sie mögliche Widerstände und Zweifel frühzeitig auf.

Nachdem diese Entscheidungen getroffen sind, können Sie sich über Ihre Kandidatur Gedanken machen. Denken Sie vor allem daran, dass Sie für ein kommunales Mandat kandidieren, nicht für eine Kanzlerschaft. Behalten Sie die Themen bei sich vor Ort im Blick – insbesondere auch bei nationalen Ereignissen. Machen Sie sich nicht Alles zu Eigen, was bundespolitisch passiert und kommuniziert wird.

Grundsätzlich gilt im Wahlkampf: streben Sie nicht nach Perfektion. Politische Kampagnen sind immer zeit- und ressourcenknapp. Setzen Sie Ihre Zeit und Mittel möglichst effizient ein. Eine gute Leistung vor dem Wahltag abliefern, ist um Längen besser, als eine perfekte danach.

 

Wählerstimmen

Besonders Kommunalwahlen sind immer Persönlichkeitswahlen. Sie als Kandidat sind das Argument für den Wähler, wählen zu gehen. Für Sie bedeutet das gleichzeitig, dass Sie sich überlegen müssen, wie viele Stimmen Sie für Ihr Wahlziel benötigen und wie viele Wähler Sie dafür ansprechen müssen.

In den nächsten Wochen gilt es nun, alle potentiellen Wähler zu mobilisieren, die Ihnen ihre Stimme geben könnten. Im ersten Schritt schauen Sie in Ihr Telefonbuch. Ihre persönliche Wählerliste finden Sie in Ihrem Adressbuch. Erstellen Sie daraus eine Kontaktliste, in der Sie Namen, Adresse, Telefonnummer und Emailadresse notieren und sprechen Sie Ihre Kontakte strukturiert an. Auch Personen, die normalerweise möglicherweise eine andere Partei wählen oder vielleicht gar nicht zur Wahl gehen, werden Ihnen persönlich vermutlich ihre Stimme schenken. Denn es wird gewählt, wen man kennt und wem man vertraut.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kandidatur auch in Ihrem direkten Umfeld bekannt ist. Vergessen Sie nicht, Ihre Familie, die Nachbarschaft, Freunde und Bekannte explizit zu informieren. Auch andere Mitstreiter sollten Sie nicht vernachlässigen. Verbände, Vereine oder Organisationen, in denen Sie aktiv sind oder mit denen Sie im Austausch stehen, sind wichtige Multiplikatoren für Ihre Botschaften.

 

Werbemittel

In der visuellen Anmutung Ihrer Kampagne steht immer die Gesamtkampagne im Vordergrund. Halten Sie sich an die Werbelinie der Partei. Es macht es für Sie und Ihre Partei leichter, wenn für den Wähler direkt erkennbar ist, für welche Partei und folglich auch welche Liste Sie kandidieren. Für eine persönliche Note bleibt auch bei der Berücksichtigung dieser Vorgaben genügend Raum. Kampagnenausrichtende Untergliederungen haben meist viel Erfahrung mit der erfolgreichen Durchführung von Wahlkämpfen und wissen um klassische Anfängerfehler, die Sie sicher vermeiden wollen. Nutzen Sie diese Kompetenz.

Erstellen Sie persönliche Werbemittel, aber bleiben Sie beim Notwendigen. Es ist besser eine gute Kandidatenkarte zu haben, die schnell und oft zum Einsatz kommt, als viele verschiedene Produkte, die unnötig viel Geld und Zeit verschlingen. Konzentrieren Sie sich auf die Werbemittel, die Ihr Ziel unterstützen. Das Gleiche gilt für Plakate. Für Spitzenkandidaten sind diese unumwunden notwendig und zu empfehlen. Wenn Sie weiter hinten auf der Liste kandidieren, ist eine eigene Plakatierung nicht unbedingt nötig. Nutzen Sie Ihre Ressourcen besser für die direkte Arbeit am Wähler.

 

Haustürwahlkampf

Haustürwahlkampf und Hausbesuche sind nach wie vor das effektivste Mittel, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ganz besonders, wenn Sie zum ersten Mal kandidieren. Investieren Sie viel Zeit, um mit Wählern ins Gespräch zu kommen. Kommunalwahlen sind Persönlichkeitswahlen. Stellen Sie sich persönlich beim Wähler vor. Durchführen sollten Sie Ihre Hausbesuche zum Beginn der Briefwahl, in den zwei Wochen direkt vor der Wahl und in den letzten 48 Stunden vor dem Wahltag. Und selbst wenn Sie ab und an niemanden antreffen, Hausbesuche sprechen sich herum. Besonders, wenn Sie zusätzlich eine Nachricht hinterlassen. Geld benötigen Sie hier nur wenig, zum Beispiel für ein kleines Werbegeschenk, Ihre Kandidatenkarte und Ihren Listenkandidatenflyer.

 

Soziale Medien​​​​​​​

In den sozialen Medien gilt die Regel: Seien Sie authentisch. Kommunizieren Sie über die Kanäle, die Ihnen liegen und auf die Art und Weise, wie Sie es auch sonst tun. Kommunizieren Sie informativ, kurz, persönlich und kontinuierlich. Wenn Sie sich für Ihre zu nutzenden sozialen Medien entschieden haben, treten Sie auch mit den Menschen in Kontakt. Reagieren Sie auf persönliche Kontakte, Kritik und Hinweise. Antworten Sie auf persönliche Nachrichten. Vermeiden Sie es, nur im Wahlkampf übermäßige Aktivitäten zu zeigen und diese kurz nach der Wahl wieder einschlafen zu lassen. Das schafft kein Vertrauen. ​​​​​​​