Expertenbeitrag

Mit 5 Tipps zur überzeugenden Botschaft

Lieber potenzieller Kandidat, hier sind 5 Tipps, die Ihnen helfen sollen, die richtigen Entscheidungen für Ihren Wahlkampf zu treffen. Beginnen wir gleich mit dem wesentlichsten Hinweis: Die Botschaft ist das Allerwichtigste. Sie hält Ihre Kampagne zusammen und kann den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

1. Erst die Botschaft, dann die Kanäle

Facebook, Veranstaltungen oder Plakate? Oder alles zusammen? In aktuellen Debatten scheint es wichtiger zu sein, wo etwas veröffentlicht wird und weniger was veröffentlicht wird. Dabei ist das wichtigste, den Wählern einen Grund zu geben, für Sie oder Ihre Partei zu stimmen. Wer nicht in einem einfachen Satz beantworten kann, warum er zur Wahl antritt, sollte vielleicht gar nicht erst antreten. Die Botschaft muss im Mittelpunkt Ihrer Kampagne stehen, von ihr leiten sich dann die Kanäle ab – nicht umgekehrt.

2. Zeit nehmen und die richtigen Leute zusammenbringen

Jetzt beginnt die Arbeit. Entsprechend der Bedeutung der Botschaft sollten Sie auch die nötigen Ressourcen für deren Entwicklung verwenden, denn der Weg zur richtigen Botschaft ist nicht einfach. Die Botschaft muss Sie beschreiben, muss Sie vom politischen Gegner unterscheiden, muss emotional sein, muss kurz, aber präzise sein und vor allem sich beim Wähler verfangen. Nehmen Sie sich deshalb die nötige Zeit, Ihre Botschaft zu entwickeln. Wahrscheinlich sind mindestens zwei bis drei mehrstündige Treffen nötig. Bringen Sie die richtigen Personen zusammen. Fünf bis sechs Leute, die Sie kennen, die Ihnen aber nicht nach dem Mund reden. Eine offene und ehrliche Debatte ist notwendig. Schaffen Sie deshalb eine vertrauensvolle Atmosphäre. Wenn es dafür Bier und Pizza braucht, ist das dringend zu empfehlen! Natürlich geht auch Thüringer Bratwurst.

3. Nutzen Sie die Kraft des „Warums”

Bei diesen Workshops geht es einzig und allein um die Frage: Warum sollten die Wähler Sie wählen? Es geht nicht um das Aufzählen von Errungenschaften der Vergangenheit oder von Zahlen und Fakten. Es geht auch nicht um die Nummer an Fördermitteln, die Sie in den Wahlkreis geholt haben – das kommt später. Der Workshop hat ein einziges Ziel: den einen Satz zu finden. Stellen Sie sich dafür den Wähler vor, wie er zum Wahllokal geht und noch nicht sicher ist, wie er abstimmen soll. Der Satz muss so gestrickt sein, dass er dem Wähler in diesem Moment einfällt und er so für Sie stimmt. Dieser eine Satz ist das Dach ihrer Kampagne, unter dem sich sämtliche andere Kommunikation einordnet.

4. Kommunizieren Sie nichts, was nicht zur Botschaft passt

Der Großteil der Arbeit ist nun vollbracht. Jetzt ist Disziplin gefragt. Wahlkampf ist ein Ressourcenspiel. Sie verfügen über begrenzte Zeit und ein begrenztes Budget. Es ist deshalb außerordentlich wichtig, das Richtige zu tun und alles Nebensächliche wegzulassen. Alles was Sie kommunizieren und wie Sie es kommunizieren, muss zur Botschaft passen. Es geht auch um die Emotionen und das Bild, das Sie von sich zeichnen. Das muss sich in der Bildsprache, in der Art der Veranstaltungen, in der Sprache, in den Fotos und Videos, in Ihrer Kleidung und im Grunde in allem wiederspiegeln. Alles, was Sie kommunizieren, muss klar unter das Kommunikationsdach passen. Ist dies nicht der Fall, lassen Sie es weg.

 

5. Nicht jeder, der schon mal ein Plakat gehangen hat, ist ein Wahlkampfexperte

Um die Botschaft in ihrer Kommunikation konsistent und diszipliniert durchzutragen, brauchen Sie ein Team, das Ihnen folgt und vor allem selbst an die Botschaft glaubt. Lassen Sie sich nicht von Kritik – auch innerhalb der eigenen Reihen – verunsichern. Glauben Sie an Ihre Botschaft und Ihren Plan und setzen Sie diesen konsequent um. Es geht um den Erfolg. In Wahlkampfzeiten sollten Sie innerparteiliche Debatten weitgehend ignorieren. Dafür ist wieder Zeit, wenn Sie das Amt oder das Mandat errungen haben. Im Wahlkampf geht es ums Gewinnen und nicht ums Diskutieren.

Über den Autor

Dr. Daniel Schmücking ist Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kambodscha. Zuvor war er u.a. Referent für Organisation, Kampagnen und Medien bei der CDU Thüringen und Landesgeschäftsführer der Jungen Union Thüringen.

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