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Mit der Stimme überzeugen: Podcasts – Politische Inhalte hörbar machen

In der politischen Kommunikation und damit in der Vermittlung eigener Themen und Inhalte müssen sich Parteien und Politiker gegen zahlreiche andere Informationsangebote durchsetzen. Die Bürgersprechstunde, der Wahlkampfstand oder das Zeitungsinterview sind schon lange nicht mehr die einzigen Kommunikationskanäle, bei denen man sich von politischen Kandidaten oder Vertretern Reaktion auf aktuelle Themen wünscht oder die die Plattformen für den so wichtigen Bürgerdialog darstellen. Die Nutzung der sozialen Medien ist von der lokalen bis zur Bundesebene ein Muss geworden, um über politische Initiativen und Erfolge zu informieren. Was früher die Diskussion am Stammtisch war, ist heute das Kommentieren unter den Posts. Aber in den Sozialen Medien ist man mit seinem Angebot nicht der oder die Einzige und daher lohnt es sich, sich auch in der politischen Kommunikation an den Trends der Gesellschaft zu orientieren.

Einer dieser Trends heißt bereits seit einigen Jahren Podcast!

Schaut man sich die Podcastlandschaft an, ist gerade das Themenfeld Politik ein beliebtes Argument über das in den Audioformaten gesprochen wird. Podcastformate wie Steingarts Morning Briefing, Machiavelli Podcast (Rap und Politik) oder Lage der Nation sind in den Podcast-Charts immer weit oben vertreten. Und das hat auch zwei Gründe: Einerseits sind Podcast immer abrufbar und andererseits kann man sich selbst durch Podcast neue (Wissens-) Welten eröffnen. 

Was ist ein Podcast?

Unter Podcast versteht man eine Serie aus abonnierbaren Audiodatein über das Internet. Das Wort setzt sich aus der englischen Bezeichnung für Rundfunk „Broadcast“ und der Bezeichnung für den tragbaren MP3-Player iPod zusammen. Die Firma Apple stand nicht nur mit ihrem Player Idee für das Kofferwort, sondern verhalf der Idee des „Audioblogging“ auch zum Erfolg, indem sie auch Audiodateien in ihrem Programm iTunes verbreiteten. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche Anbieter, bei denen man auch ohne Anmeldung die Audiodateien konsumieren kann. Podcasts sind grundsätzlich kostenlos. Mithilfe von Werbeblöcken kann dieses digitale Angebot auch monetarisiert werden.

​​​​​Und was bedeutet das für Sie als Kommunalpolitiker/In?

Kurz gesagt, ein Podcast ist die Möglichkeit ihre Stimme dem Bürger und der Bürgerin oder in Wahlkampfzeiten auch der Wählerin und dem Wähler ins Ohr zu bringen. Denn mit der eigenen Stimme lassen sich Inhalte viel besser transportieren, als durch einen langen Blogbeitrag auf der eigenen Homepage. Zudem kann man mit einem Audioformat auch wesentlich kreativer sein. Denn vorneweg gesagt: Richtig oder Falsch gibt es beim podcasten nicht.

Dennoch bevor man startet, sollten ein paar Aspekte geklärt sein. Im Folgenden zeigen wir einige Aspekte auf, auf die Sie achten sollten, damit der Podcast auch Spaß macht und zwar Ihnen und Ihren Hörerinnen und Hörern. Dazu lohnt es sich ein paar W-Fragen zu klären:

  1. Warum? – Warum ist es für uns als Partei oder für mich als Politiker/in sinnvoll einen Podcast zu starten? Habe ich ein Thema, über das ich regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum berichten kann?
  2. Wer? – Wer ist das stimmliche Gesicht des Podcasts und führt als Moderator, Reporter oder Experte durch den Podcast? Wichtig ist bei einem Podcast nämlich der Wiedererkennungswert!
  3. Für Wen? Wen möchte ich mit diesem Informationskanal erreichen? Wer ist die Zielgruppe?
  4. Was und Wie? – Was will ich wie meiner Zielgruppe, also der Hörerin bzw. dem Hörer näherbringen? Welche Darstellungsform wählen wir?

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Wenn Sie auch die Frage der Darstellungsform für sich geklärt haben, können Sie eigentlich auch schon starten, indem Sie ein Konzept schreiben und sich Gedanken machen, welche Form Ihr Podcast haben soll. Um den Wiedererkennungswert zu haben, benötigen Sie außerdem eine Anfangs- und Endmusik und vor allem einen Namen.

Und dann ran an den eigenen Podcast: Denn außer einem Mikrofon und einem Schnittprogramm brauchen Sie keine weiteren technischen Mittel. Für den Anfang können Sie beispielsweise auch mit dem Handy oder Tablett und der Sprachnotizfunktion Inhalte aufzeichnen. Auch bei den Schnittprogrammen können Sie auf kostenlose oder kostengünstige Möglichkeiten zurückgreifen. Ein kostenloses Schnittprogramm für den PC, das viel kann ist beispielsweise Audacity. Mit diesem Programm können Sie auch Tonhöhen ändern und auf unterschiedlichen Tonspuren schneiden. Wer alles auf dem Handy oder Tablet produzieren möchte, kann auf unterschiedliche Apps zurückgreifen, die in den Appstores zu finden sind. Bei den Tonaufnahmen und beim Schnitt gilt: Übung macht den Meister.

Ihren eigenen Podcast können Sie dann auf Ihren Websites posten und über den RSS-Feed auch bei Spotify, der Podcast-App von Apple oder weiteren Plattformen Ihren Hörerinnen und Hörern zur Verfügung stellen.

 

Darauf muss rechtlich geachtet werden

Wie bei allen Aktivitäten gilt auch beim podcasten, dass man sich an geltendes Recht halten muss. Allen voran ist das Urheberrecht dabei ein großes Thema. Wer eigene Sprachinhalte mit Musik verpacken möchte, findet aber auch im Internet zahlreiche Musikstücke, die GEMA-frei nutzbar sind oder unter der Creative Commons-Lizens stehen. Aber natürlich steht es Ihnen auch frei, selbst eigene Stücke zu komponieren. Auch wenn Sie Sprachinhalte nutzen, die Sie nicht selbst aufgenommen haben oder die von fremden Sprechern stammen, muss abgeklärt werden, ob die Erlaubnis für die Nutzung da ist.


Wichtig ist vor allem, dass sowohl die Entwicklung, als auch die Umsetzung kein Sprint sein werden, sondern das man das Projekt Podcast als Langschrecke planen und umsetzen muss. Jeder sollte sich bewusst sein, dass man nicht über Nacht Reichweite aufbauen kann. Wie auch sonst bei Social Media zählt es mit guten Inhalten Menschen zu informieren, aber auch zu unterhalten. Dazu zählt vor allem, dass ein Podcast auf Kontinuität setzt. Und deshalb kann hier auch weniger, manchmal mehr sein.

Noch nicht überzeugt, warum sich ein Podcast als Darstellungsform lohnen kann? Hier noch drei Argument:

  • Mit Sprachinhalten können Sie Emotionen besser transportieren, als mit geschriebenen Worten. Und dadurch schaffen Sie auch mehr Nähe zu den Konsumenten Ihres Podcasts.
  • Eine Podcast-Folge kann  auch mal nebenbei bei der Hausarbeit, beim Kochen oder beim Autofahren gehört werden. Damit können Ihre Inhalte ins tägliche Leben integriert werden.
  • Falsch oder richtig gibt es nicht – das lässt viel Raum für Kreativität und bietet Ihnen als Politiker/In auch mal die Möglichkeit zu überraschen und genau das wünschen sich mittlerweile viele Wählerinnen und Wähler. ​​​​​​​

Hörbeispiele? Hier eine kleine Liste mit Podcasts über Politik oder von Politikern:

  1. Magazin Kommunal mit „Kommunal – Der Podcast für Kommunalpolitiker“​​​​​​​
  2. Philipp Gräfe (Mitarbeiter im Bundestag) mit „Liveausmbundestag“
  3. Gregor Schwung (Journalist und Podcaster) mit „Politik mit Schwung“
  4. CDU-Fraktion des Sächsischen Landtags mit "Tacheles!"
  5. Christian Lindner mit „Ein Thema, zwei Farben“

 

Über die Autorin

Vanessa Verena Wahlig ist Journalistin und Social Media Trainierin. Sie ist Alt-Stipendiatin der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung und arbeitet aktuell in der politischen Kommunikation in Berlin.

 

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