Expertenbeitrag

Social Media on the go – oder warum man heute wirklich kein Filmteam mehr braucht, um gute Social-Media-Arbeit zu machen

Die Zeiten, in denen ganze Teams politische Termine begleitet haben, sind vorbei. Warum? Weil man alles ganz charmant und direkt vor Ort mit einem Smartphone mit guter Kamera, der ein oder anderen nützlichen App und der passenden Vorbereitung lösen kann!

Gut geplant ist halb erledigt

Im Idealfall verfügt dein Social-Media-Kanal über ein typisches Branding für Kacheln und Stories. Wiederkehrende Farben, Schriften und Bildstile unterstreichen das Branding des Kanals und stärken den Wiedererkennungswert des Contents.
Mit einer guten Vorbereitung von Terminbegleitungen schlägt man also recht einfach zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Kanal profitiert von einer stringenten Gestaltung und der oder die Begleitende kann im Termin deutlich präsenter sein.

Wie kann so eine Vorbereitung aussehen? Die inhaltliche und zeitliche Vorbereitung eines Termins ist unstrittig notwendig. Bereits hier – oder auf Grundlage dessen – kann man auch eine Social-Media-Vorbereitung erstellen. Im Grunde gilt hier: Wenn vorher klar ist, was Du zeigen möchtest, kannst Du Dir eine Checkliste machen und gezielt das nötige Bild- und Videomaterial sammeln.
Zusätzlich dazu empfehlen sich einheitliche Slides für Stories und ein Kachellayout, in das auch mobil nur ein Bild eingefügt werden muss. (Letzteres kann natürlich auch erst im Büro geschehen.)

Die einheitlichen Slides dienen mehreren Zwecken: Zum einen sind sie super zum Start einer Story. Die Followerinnen und Follower wissen sofort, was nun folgt – also ein kleiner Service für die Community. Außerdem bieten diese Slides Platz für Text. Gerade für die sogenannten W-Fragen ein gutes Format, um noch mehr Infos zu den Terminen zu platzieren.
Solltest du an einem Tag mehrere Termine begleiten, dienen die Slides auch als perfekte Trenner. Gerade in den schnelllebigen Stories ist es wichtig, dass die Followerinnen und Follower nicht den Überblick verlieren.
Oft wird es vergessen, aber es ist wichtig, am Ende des Termins/Tages einen Schluss zu finden. Sei es mit einem vorbereiteten Slide oder einem passenden Bild: Im Grunde kann man es sich vorstellen, dass man eine Geschichte erzählt, wie man es im Schulunterricht gelernt hat – Einleitung, Hauptteil, Schluss!

Bildmaterial mit System und doppeltem Boden

Kommen wir von der Theorie zur Praxis. Im ersten Schritt erstellt man eine Checkliste – die kann beispielswiese so aussehen:

Der große Vorteil der einheitlichen Slides ist, dass sie im Normalfall nur einmal erstellt und abgespeichert werden müssen. Diese können und sollen dann immer wieder verwendet werden – stärkt das Branding des Kanals und spart eure Zeit.

Auch hier ein paar Beispiele, wie diese Slides aussehen können:

Für das übrige Bildmaterial ist nun ein Blick für die Situation und für Details gefragt. Aber bevor Ihr loslegt, fragt bitte die Anwesenden, ob es für jeden in Ordnung ist, auf den Kanälen zu erscheinen und was vielleicht auch nicht im Internet erscheinen soll (Betriebsabläufe, Fabrikräume etc.). Ja, das klingt offensichtlich, wird aber leider immer noch oft vergessen.

Jetzt heißt es, in Gedanken die Checkliste abzuarbeiten. Selbstverständlich kann man situationsbedingt auch immer noch Dinge anpassen. Versteht die Checkliste als Leitfaden! Für das Bild- und Videomaterial sollte man im Blick behalten, was man selbst gern sehen würde, was spannend ist und was für die Zielgruppe interessant ist.

Daraus ergeben sich zwei Tipps.
Erstens: Oft bleiben nahbare und unperfekte Dinge im Kopf – lustige Momente, Situationen, in denen etwas ausprobiert wird oder man auch mal von Herzen Emotionen zeigt.
Zweitens: Man muss nicht alles filmisch festhalten und kann nicht alles zeigen. Konzentriert euch auf gute Motive – heißt also: Mut zur Lücke! Zusätzlich erspart das, dass man viel Zeit auf das Sichten von Material aufwendet, dass man am Ende gar nicht nutzt oder nutzen kann.

Für jeden Wunsch eine App?

Alles im Kasten? Dann ist der Rest fast schon erledigt! In der Reihenfolge der Checkliste kann man das Material für die Story nun entweder direkt in Instagram oder in einer entsprechenden App vorbereiten.
Einfache Designs können problemlos direkt in Instagram erstellt werden: Mit den passenden Verlinkungen und den Storyfunktionen von Instagram kann man schon abwechslungsreiche Stories erstellen. Hier empfiehlt es sich, sich grundsätzlich auf zwei wiederkehrende Schriften festzulegen – das ist, wie eingangs erwähnt, Teil des Brandings des Kanals. Mit den Stickern zur Interaktion pusht man die Stories zusätzlich! Also: Abstimmungen, Fragen, Quiz einbauen!

Wer es noch ausgefallener mag, kann zusätzliche Animationen einbauen, indem man zuerst in einer gesonderten App Stories mit Animationen, Hintergründen und Sonderschriften erstellt. Zum Einstieg empfiehlt sich hier zum Beispiel die App Mojo. In der kostenlosen Version findet man viele Möglichkeiten, seine Stories zu gestalten und zusätzlich dazu gibt es noch eine große Anzahl an Stock-Fotos – falls euch doch mal ein Motiv fehlen sollte.

Für eure vorgefertigten Slides gibt es ebenfalls den einen oder anderen Tipp: Selbstverständlich können auch diese in der Story von Instagram direkt erstellt werden: Schablone in der Story öffnen, Text einfügen, Sticker und Verlinkungen checken: fertig!
Für die erste Erstellung der Schablonen empfiehlt sich entweder ein Design-Programm (InDesign, Powerpoint), in dem man die Dateien als JPEG abspeichert oder ihr greift auch hier auf eine App zurück – beispielswiese Canva. Hier könnt ihr bequem eure Designs abspeichern und jederzeit mobil zugreifen.

Kurzgefasst:

Social media on the go: Passende Apps, Vorbereitung, ein Auge für Details und nicht zuletzt Spaß an der Sache – so gelingt es! Eure Community konsumiert Social Media am Handy. Riesige Auflösungen von Spiegelreflexkameras sind da gar nicht nötig. Bleibt aktuell, zeigt Spannendes und greift auf die vielen Tricks und Hilfestellungen von Apps zurück!

Über die Autorin

Maike Malzahn ist Social-Media-Managerin und arbeitet als Büroleiterin eines Landtagsabgeordneten in Rheinland-Pfalz. Zur Bundestagswahl 2021 trat sie auf Platz 25 der Landesliste der CDU Rheinland-Pfalz an.

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