Bildung, Arbeit und Privatleben

Ausbildung und Berufstätigkeit von Frauen hatte einen hohen Stellenwert in der DDR. So sollte der ständige Arbeitskräftemangel ausgeglichen werden.

Voraussetzung für die Integration von Frauen in das Arbeitsleben war die Betreuung der Kinder.  In den 1980er Jahren besuchten fast alle Kinder eine Ganztags- und manchmal sogar eine Wocheneinrichtung. 1989 waren 91 Prozent der Frauen berufstätig, machten eine Ausbildung oder studierten, das war Weltrekord.Trotzdem blieb die berufliche Gleichstellung in weiter Ferne. Frauen arbeiteten häufig im schlechter bezahlten Dienstleistungsbereich. Kein einziges DDR-Kombinat wurde von einer Frau geleitet, an den Universitäten waren Professorinnen selten. Auch im Politbüro waren Frauen kaum vertreten: Von 1949 bis 1989 gab es nur zwei Kandidatinnen ohne Stimmrecht: Margarete Müller (Agronomin, seit 1963) und Inge Lange (seit 1973, ZK-Sekretär für „Frauenfragen“). Dem Ministerrat gehörte von 1953 bis 1967 die für gefürchtete „rote Hilde“, Justizministerin Hilde Benjamin, an und ab 1963 Margot Honecker.

Die Kirchen in der DDR wurden nicht nur von konfessionell gebundenen Menschen besucht. Sie boten als einzige Einrichtungen Raum für alternative Angebote im Bereich Freizeit und Kultur und waren oft die einzigen Orte, an denen unangepasste Künstler auftreten konnten. 

Einen hohen Stellenwert unter den Freizeitaktivitäten in der DDR hatte der Sport. Talentierte Kinder und Jugendliche wurden gefördert und trainiert. Erfolge bei internationalen Wettkämpfen, z.B. Olympia-Medaillen, deutete die SED immer auch als Zeichen der Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus. Für diese Erfolge wurden Sportler auch gedopt.

Wir untersuchen Mythen über die Gleichberechtigung, Bildung, Religionsfreiheit und Sport.