„Soziale Errungenschaften“

1971 löste Erich Honecker Walter Ulbricht als Erster Sekretär des ZK der SED ab. Er wandte sich ab von Ulbrichts Losung der 1960er Jahre „Wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“. Der neue Fünfjahresplan propagierte „die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ und erklärte die „Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus" zur "Hauptaufgabe“. In der Tat verbesserte sich dies: Zwischen 1970 und 1980 erreichte die DDR den höchsten Lebensstandard aller Länder des Ostblocks. Aber das Niveau der Bundesrepublik blieb in weiter Ferne.

Bis heute bewerten nicht wenige Bürger der neuen Bundesländer diese „sozialen Errungenschaften“ als den größten Erfolg der DDR. Trifft die positive Bewertung zu? Oder ist sie vielleicht dem verklärenden Blick zurück geschuldet? Hält sie wissenschaftlich genauer Überprüfung stand? Diese Fragen leiten unsere Auseinandersetzung mit weit verbreiteten Mythen über die sozialen Errungenschaften der DDR.