Wirtschaft und Umwelt

Die DDR-Verfassung von 1968 definiert das Wirtschaftssystem: „Die Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik ist eine sozialistische Planwirtschaft.“ Die Grundpfeiler dieser Wirtschaftsordnung sind das kollektive Eigentum der Produktionsmittel und die zentrale Planung. Auch in der Wirtschaft übernehmen die Parteiorgane der SED die führende Rolle.

Klaus Schroeder stellt fest: „Bis zum Ende blieb der Alltag im SED-Staat von Materialknappheit und Versorgungsmängeln geprägt. Insofern läßt sich die DDR-Ökonomie im wahrsten Sinne des Wortes als Mangelwirtschaft kennzeichnen. (…) Engpässe gab es nicht nur bei Südfrüchten und hochwertigen Importgütern, sondern auch bei für den Alltag unverzichtbaren Produkten wie Lebensmitteln, Kinderschlafanzügen, Schuhen etc.“

Der Umweltschutz wurde 1968 in der Verfassung der DDR als Staatsziel verankert: „Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sorgen Staat und Gesellschaft für den Schutz der Natur.“ Dieser Anspruch hatte allerdings keinen Bestand in der Realität. Die Wirtschaft hatte stets Vorrang vor der Umwelt.

Das wussten auch die meisten DDR-Bürger. Zwar waren Umweltdaten Geheimsache, aber die schweren Umweltschäden waren nicht zu übersehen: Wasser, Boden und Luft waren hochgradig verseucht.

Umweltschutz wurde zu einem wichtigen Thema der DDR-Opposition und der Friedlichen Revolution.

Nach wie vor werden die wirtschaftliche und die ökologische Situation der DDR verklärt. Wir setzen uns mit diesen Mythen auseinander.