Unternehmen

 

Artikel 14 des Grundgesetzes garantiert Bürgern und Unternehmen das Recht auf Eigentum. Dieses Recht setzt einen besonderen Anreiz für Individuen, um Leistungen zu erbringen. Für Unternehmen gilt dies ebenfalls, da sie für ihre Risiken und Verantwortungen entschädigt werden möchten. Was aber zeichnet ein Unternehmen konkret aus?


Merkmale von Unternehmen

Unternehmen werden häufig auch mit den Begriffen Gesellschaften, Firmen und Betriebe bezeichnet. Sie wollen ihre Produkte national und ggf. international erfolgreich vermarkten. Unternehmen basieren auf Privateigentum, der Selbstbestimmung des Wirtschaftens und dem Streben nach Gewinn.
 
Weiterhin lassen sich Unternehmen nach den Kriterien
 
  • der Rechtsform (privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich)
  • des Unternehmensalters/der Unternehmensphase (Gründungs-, Betriebs- oder Auflösungsphase)
  • nach Branchen (z. B. Produktleistung oder Dienstleistung),
  • nach der Unternehmensgröße oder
  • auch nach der räumlichen Struktur der Unternehmensstandorte unterscheiden.
     


Unternehmensziele

Ziele sind prinzipiell erwünschte, zukünftige Zustände, die jemand erreichen möchte. Bei einem Unternehmen gibt es aber nicht nur ein Ziel, sondern eine Vielzahl an Zielen. Diese können in folgende Kategorien aufgeteilt werden:
 
  • Ökonomische Ziele:
    Diese setzen auf die langfristige Erhaltung des Unternehmens.
     
  • Soziale und ethische Ziele:
    Diese werden durch freiwillige Leistungen der Arbeitgeber bestimmt. Beispiele sind z. B. die Zahlungsmoral, eine faire Werbung oder die Humanisierung der Arbeit.
     
  • Ökologische Ziele:
    Diese wollen Belastungen der Umwelt vermeiden oder reduzieren. In vielen Fällen setzen Sie auch auf eine nachhaltige Produktion.
     

Nicht alle Unternehmensziele sind einfach miteinander vereinbar, d.h. es kann zu Zielkonflikten kommen. Ein klassischer Zielkonflikt wird oftmals zwischen Ökologie und Ökonomie gesehen. Zielkonflikte treten auf, wenn auf der einen Seite ein Ziel (A) in hohem Maße erreicht wird, auf der anderen Seite das Ziel (B) nicht oder nur in geringem Maße erreicht werden kann. Deswegen werden Ziele in Formalziele und Sachziele unterteilt. Formalziele sind übergeordnete Ziele, die für das Überleben des Unternehmens wichtig sind. Sachziele sind untergeordnete Ziele, die der Realisierung der Formalziele dienen.


Schaubild: Einflussfaktoren auf Unternehmensziele


Unternehmenspolitik

Unternehmenspolitik bezeichnet die Festlegung und Umsetzung von Zielen und Maßnahmen, die das ganze Unternehmen betreffen. Damit legt das Unternehmen seine Strategie in den wesentlichen Grundzügen für die Zukunft fest. Hierbei müssen jedoch eine Vielzahl von Einflussfaktoren berücksichtigen werden (z. B. Eigentümer, Management, Mitarbeiter/innen, Banken, Lieferanten, Netzwerke, Märkte und Kunden). Weitere Faktoren sind die nationale und internationale Wirtschaftspolitik sowie technologische Entwicklungen.
 
Schaubild: Interessensgruppen des Unternehmens
 


[Vgl. Hungenberg: „Strategisches Management in Unternehmen", Gabler Verlag; Auflage: 4, überarbeitete u. erweiterte Auflage 2006]

Die grundlegenden Ziele einer Firma sind meistens relativ abstrakt. Sie dienen bei allen zukünftigen Schritten als Leitlinie und können als Handlungsrahmen angesehen werden. Die Unternehmenspolitik ist somit ein andauernder Prozess zur Gestaltung und Entwicklung des Unternehmens.


Fazit

Die Unternehmen spielen, ebenso wie die Haushalte und der Staat, eine zentrale Rolle in der Sozialen Marktwirtschaft. Alle Akteure wollen dabei ihre jeweiligen Ziele erreichen. Die Unternehmen wollen ihre Existenz erhalten und ihre Produkte erfolgreich vermarkten. Der Staat hingegen verfolgt die Ziele der Sozialen Marktwirtschaft. Er gibt die Rahmenbedingungen für das unternehmerische Handeln vor. Das folgende Schaubild fasst die Ziele der staatlichen Wirtschaftspolitik abschließend zusammen. Die abgebildeten Messgrößen müssen von den Unternehmen entsprechend berücksichtigt werden.
 

Schaubild: Ziele der Wirtschaftspolitik und ihre Messgrößen


[Vgl.: Böker, Jürgen u.a.: „Arbeitsheft Wirtschaftspolitik/Wirtschaftsordnung", Winklers Verlag im Westermann, 3., überarbeitete Auflage, 2005]

 

 

Weiterführende Informationen zu wichtigen Begriffen

 

Nach oben