Grundlagen der Kommunikation

#politsnack als Audio-Podcast

Zusammenfassung

Als Start unserer Rhetorik-Reihe befassen wir uns in diesem #politsnack mit den ,,Grundlagen der Kommunikation": Wie werden Politiker wahrgenommen? Wie wirkt sich das Image auf die Kommunikation aus? Was brauchen Sie für Kompetenzen? Wie und worauf muss man achten? Was macht eine politische Führung aus? Dafür haben wir mit dem Kommunikationsberater und Kommunikationstrainer Robert Hein gesprochen.

Welche Eigenschaften sollten Politiker als Führungsperson idealerweise mitbringen?

Wahrscheinlich sollte er durchsetzungsfähig, zuverlässig, diszipliniert und diplomatisch, charismatisch, intuitiv und integer sein. Doch kein Politiker kann all das zugleich sein. Daher ist es unabdingbar, seine Botschaft als Politiker überzeugend rüberzubringen und bei Bürgerinnen und Bürgern richtig anzukommen.

Wünsche der Wähler

Aus den vielen Erwartungshaltungen gibt es zwei Dinge, die den Wählern am Politiker besonders wichtig sind:

1.    Der Wähler möchte sich in irgendeiner Weise mit dem Politiker identifizieren, er muss "einer von uns" sein und sollte den Wähler repräsentieren. Er sollte für alle Bürger gleichermaßen da und präsent sein, immer für die Bürger ansprechbar vor Ort oder in sozialen Medien.

2.    Was der Bürger nicht selbst organisieren kann, sollte im besten Fall der Politiker für ihn übernehmen, sei es im Bereich der inneren Sicherheit oder Außenpolitik. Als Volksvertreter muss er seinen Dienstpflichten nachkommen und als Vorbild fungieren.

Profil eines Politikers

Typische Merkmale eines Politikers sind Durchsetzungs- und Kooperationsfähigkeit, Führungsqualität sowie das gute Arbeiten im Team. Aber auch die Sprachgewandtheit nimmt an Bedeutung immer mehr zu, denn Politiker wollen Wählerinnen und Wähler erreichen, ob im Fernsehen, bei einer Veranstaltung oder auf Youtube.

Dabei spielen besonders die persönlichen Kompetenzen des Politikers eine Rolle wie z.B. die Selbstwahrnehmung. Man sollte ein Bewusstsein für die eigenen Emotionen und ihre Wirkungen haben. Es ist wichtig zu wissen, wie sich die eigene Laune und Stimmung nach außen darstellen, das ist aber über die eigene Intuition gut zu steuern. Außerdem ist eine bestmögliche Selbsteinschätzung, sich seinen eigenen Stärken und Schwächen bewusst sein, unerlässlich. Auch das Wissen über den eigenen Wert und die eigenen Fähigkeiten ist entscheidend: Worauf kann man sich selbst verlassen und was ist entscheidend für den Erfolg.

Das Selbstmanagement des Politikers ist zentral für die erfolgreiche Durchführung seiner Aufgaben. Einige Aspekte gilt es besonders zu beachten: Selbstkontrolle ist in allen Lagen notwendig. Sollte man wütend oder abgehoben rüberkommen, kann das viel zerstören, auch wenn man vorher ein positives Image hatte. Negative Impulse sollten daher gebändigt werden. Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit helfen dabei, Vertrauen zu gewinnen.

Sollten einem einmal die Argumente ausgehen oder sich eine Situation nicht so darstellen, wie gedacht, ist es wichtig, anpassungsfähig zu sein und reagieren zu können. Sich bei öffentlichen Auftritten die Flexibilität zu bewahren und auch mal improvisieren zu können, kann dabei hilfreich sein.

Man sollte einen hohen Anspruch an eigene Verbesserungen haben und kritikfähig bleiben. Es ist wichtig, rechtzeitig eigenständig handeln zu können. Egal, wie dramatisch sich eine Situation gerade darstellt, man muss immer versuchen die positiven Aspekte zu erkennen.

Als Politiker sind soziale Kompetenzen unerlässlich. Ob in der Kommunikation mit dem Wähler oder im Parlament. Empathie, Organisationsbewusstsein und ein gewisses Serviceverständnis sind wichtig. Man sollte wissen, wie man Interesse zeigt und die Emotionen und Ansichten anderer versteht.

Wichtig ist ebenfalls, Zielgruppen zu identifizieren, deren Bedürfnisse zu erkenne und in der richtigen Art und Weise anzusprechen.

Ein gesundes Beziehungsmanagement garantiert die Erfüllung der Aufgaben. Wichtig ist, auch mal mit überzeugenden Visionen zu leiten und zu führen, gerade dann, wenn es schwierig wird. Verschiedene Taktiken können eingesetzt werden, um andere zu überzeugen.

Kollegen oder freiwillige Helfer sollten gut gefördert und motiviert werden, ein Politiker kann nicht alles alleine tun. Gutes Konfliktmanagement kann dabei helfen, Meinungsverschiedenheiten zu lösen und Konflikten vorzubeugen. Außerdem sollte man Bindungen aufbauen, da Teamwork und Kooperation die Schlüssel zum Erfolg sind. Es zeichnet eine gute Führungsperson aus, wenn sie in der Lage ist, sich selbst auch als Teil des Teams zu verstehen.

Erkenntnis

Man sollte sich bewusst sein, dass ca. 90% der Informationen nonverbal vermittelt werden, also über Optik, Körpersprache oder Stimme. Körperhaltung, Mimik, Gestik etc. gilt es daher als erstes zu beachten. Die anderen 10% der Informationen werden durch Worte und den Satzbau vermittelt. Daher ist die Art der Sprache sehr entscheidend. Fakten mit Emotionen zu verknüpfen, kann daher ein gutes Mittel zum Zweck sein, da Gefühle und Emotionen ein sehr subjektives Element sind und am stärksten motivieren.

Beziehungen positiv gestalten

Es sollte versucht werden, den Gegenüber als Partner anstatt als Gegner zu sehen und ihm durch Körperhaltung, Gestik und Mimik einerseits eine Wertschätzung entgegen zu bringen und andererseits sein Interesse mit Emotionen und Argumenten zu wecken.

Ansprechpartner

Daniel Feldhaus Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. +49 30 26996-3665 daniel.feldhaus@kas.de