Grußworte, Ansprachen, politische Rede

#politsnack als Audio-Podcast

Zusammenfassung

In diesem #politsnack wird die Rhetorik-Reihe mit den Themen "Grußworte, Ansprachen, politische Reden" fortgesetzt. Zum ersten Teil "Grundlagen der Kommunikation" geht's hier.
 

 

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Um zu überzeugen ist es, insbesondere bei Grußworten, notwendig, die Aufmerksamkeit des Zuhörers innerhalb kurzer Zeit durch klug platzierten Inhalt zu gewinnen. Es ist daher ratsam, sich schon im Vorhinein mit der Rede zu beschäftigen, um nicht unnötig überflüssige Fakten in die Rede einzubauen und schnell zum Punkt zu kommen. Dabei sollte man sich zunächst mit dem Ziel und Anlass auseinandersetzen: Vor welchem Publikum werden Sie sprechen, welche Erwartungen stellt dieses an den Redner? Wie ist der zeitliche Rahmen? Was möchten Sie erreichen? Sind Sie möglicherweise eher daran interessiert die Zuhörer zu motivieren oder zu mobilisieren?

All diese Fragen sollten in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden, um möglichst glaubwürdig zu wirken und das Publikum zu erreichen.

Grundsätzlich kann außerdem gesagt werden, dass die Vorbereitung in drei Etappen unterteilt werden kann: Zunächst geht es darum, Informationen zu sammeln und einen ersten Entwurf der Rede zu entwickeln. Im zweiten Schritt sollte dieser Entwurf dann ausgefeilt und im dritten Teil geübt und, falls notwendig, weiter korrigiert werden.

 

Von der Idee zur fertigen Rede

Um sich so gut wie möglich an das Publikum anzupassen, wäre es ratsam zur Ideenfindung den Veranstaltungsort schon einmal besucht zu haben, um die dortige Stimmungslage besser einschätzen zu können. Ein weiterer Tipp des Profis ist außerdem, Ideen jederzeit zu notieren, um Gedanken zum Beispiel kurz vor dem Einschlafen nicht zu vergessen. Neben der analogen Variante von Stift und Zettel kann auch die Diktierfunktion des Smartphones von großer Hilfe sein. Um die neuen Ideen dann zu strukturieren, bieten sich insbesondere Kreativtechniken wie Brainstorming oder Mindmapping an.

Als weiterer essenzieller Punkt wird der Einstieg in die Rede genannt, wobei es insbesondere darum gehen sollte, die Aufmerksamkeit des Publikums durch Emotionen zu gewinnen und die Bereitschaft zum Zuhören wachzuhalten. Dies geht natürlich klassisch mit einer formalen Begrüßung. Spannender sind jedoch andere Möglichkeiten, wie eine rhetorische Frage, ein Vergleich oder auch ein passendes Zitat als Einstieg.

 

Ordnung der Gedankenstränge

Damit eine Rede von den Zuhörern einfach zu verfolgen ist, rät der Experte zur klaren Strukturierung Ihrer Argumentation. Durch diesen roten Faden und gegebenenfalls einer Klärung von wichtigen Grundbegriffen zu Beginn der Rede erleichtern Sie dem Publikum das Zuhören und gewinnen somit einfacher deren Aufmerksamkeit. Weiterhin ist es angebracht, nicht zu viele Argumente einzubauen und diese äußerst klar zu formulieren. Denn nur wenn das Ziel und der Appell an das Publikum deutlich zu erkennen ist, wirken Sie auch überzeugend.

Ähnlich sollte der Schluss aufgebaut sein: Neben einer Zusammenfassung der Hauptthesen sollte auch hier noch einmal die zentrale Forderung als Schlussappell herausgestellt werden. Ein positiver Ausblick, wie er oft in der Politik verwendet wird, bietet sich auch an, jedoch sollte man dabei nicht mit leeren Versprechen um sich werfen, denn „eine gute Rede mit schlechtem Schluss wird als schlechte Rede in den Köpfen der Zuhörer verankert bleiben".

 

Die goldenen Regeln

Der Experte fasst seine zentralen Punkte abschließend so zusammen, dass Ihr Fokus auf dem Publikum und deren Erfahrungs- und Wissensbereich liegen sollte. Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Zuhörer und präsentieren Sie Ihre Punkte so, dass sie verständlich für alle sind. Verankern Sie die Argumente mithilfe von Emotionen, achten Sie auf die Reaktionen des Publikums und genießen Sie nicht zuletzt die Anerkennung der Zuhörer.

Ansprechpartner

Daniel Feldhaus Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. +49 30 26996-3665 daniel.feldhaus@kas.de