Kampagnenführung

#politsnack als Audio-Podcast

 

Zusammenfassung

In unserem Podcast-Format #politsnack geht es diesmal um die "5 Basics der Kampagnenführung". Was ist grundlegend zu wissen? Zweifellos kann das Thema ein Wochenendseminar füllen, deshalb möchten wir an dieser Stelle die wichtigsten Lehren auf den Punkt bringen. Wir freuen uns, mit dem PR- und Kommunikationsberater Sascha Hermes einen profilierten Campaigner als Gast zu haben.

Was ist überhaupt eine Kampagne?

Im politischen Bereich bezieht sich der Begriff „Kampagne" auf die Zeit, in wir mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen in der Öffentlichkeit auftreten, um für den Wähler sichtbar zu werden und so für den Wahltag Stimmen zu sichern. Ausgehend von einem Ziel, das man sich selbst vorher setzt, gilt es dann, einen Prozess auszuarbeiten, mit dem das Ziel erreicht werden soll. Fünf einfache Schritte können dabei bereits sehr hilfreich sein, um eine erfolgreiche Kampagne zu konzipieren:

1.    Analyse des Status Quo: Mein Umfeld und die Zielgruppen

Eine gute Kampagnenplanung steht und fällt mit einer ersten grundlegenden Analyse der Ausgangssituation. Zunächst sollte man sich daher ein paar Gedanken über Fragen machen wie: Wo soll meine Kampagne stattfinden und wie ist die Struktur des Wahlkreises, Ortes oder Landes? Welche Zielgruppen, welche Wähler will ich dort vor Ort ansprechen und mit welchen Formaten kann ich diese erreichen? Welche Themen bewegen die Menschen dort gerade und welche Medien prägen ihre Einstellungen?

Darüber hinaus sollte man bereits frühestmöglich herausfinden, welche Aspekte im Wahlkampf für die jeweilige Region relevant werden könnten und mit Blick auf vorige Wahlergebnisse und vergangene Kampagnen, Lehren für seine eigene Kampagne ziehen. Zudem ist es von Vorteil, sich auch die Stärken und Schwächen der politischen Gegner im Klaren zu sein und die aktuelle Positionierung seiner eignen Partei in der Region zu kennen und entsprechend in seiner Kampagnenplanung einfließen zu lassen.

2.    Positionierung: Mein Standpunkt und meine Agenda

Den eigenen Standpunkt bestimmen und die Themen definieren, die für sich wichtig sind und die man selbst auf die Agenda setzen möchte und in der Kampagne verstärkt betonen will. Gewinnerthemen grundsätzlich sind jene, in denen die Position der Gegner gemeinhin in der Bevölkerung als schlecht gilt, die eigene jedoch von der Allgemeinheit als gut bewertet wird (im Falle der CDU wäre das beispielsweise das Thema „innere Sicherheit", bei der die meisten Wähler die Kernkompetenz der CDU sehen). 

3.    Ziele: Was möchte ich am Wahltag genau erreichen?

Im nächsten Schritt ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, was genau man mit seiner Kampagne am Wahltag erreichen möchte. Will man die Wahl gewinnen, eine gewisse Prozentzahl an Stimmen erreichen oder mehr Stimmen als der politische Gegner erhalten oder aber setzt man sich zum Ziel, ein möglichst gutes Ergebnis zu haben? Um seine Kampagne möglichst spezifisch so zu gestalten, dass damit am Ende alle Ziele erreicht werden können, ist es wichtig, bereits vorab seine eigenen Ziele klar zu definieren. Hierfür empfiehlt sich das SMART-Prinzip, demnach Ziele  spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch und erreichbar sowie terminiert sein sollten.

4.    Strategie: Wie baue ich meine Kampagne auf?

Kennt man nun genau die Ausgangslage sowie eigenen Ziele und weiß, wie man sich selbst positionieren möchte, geht es nun im Folgenden darum, eine Strategie für die Kampagne zu erarbeiten, mit der diese Ziele erreicht werden können.

5.    Botschaft: Kurz und knackig, auf den Punkt gebracht und überzeugend

Nicht zu vergessen: Letztlich geht es immer darum, Wähler von sich zu überzeugen. Die gesamte Kommunikation und Kampagne muss daher immer eine Botschaft vermitteln, die deutlich macht, warum der Kandidat antritt, wofür er steht und warum die Wähler für ihn stimmen sollten. Wichtig dabei: Der Wähler muss da abgeholt werden, wo er steht. Für die Botschaft der Kampagne heißt dies: mit nur wenigen und einfachen Worten, dafür verständlicher und präziser Sprache sowie veranschaulichenden Bildern überzeugen.

 

Weiterführende Links

Xing-Profil von Sascha Hermes

Blogbeitrag von Ralf Güldenzopf: „Was ist die richtige Zielgruppe?"

Blogbeitrag von Ralf Güldenzopf: „Wie kommt Innovation in politische Parteien und Kampagnen?"

Stimmenkalkulator – Persönliches Stimmenziel berechnen

Ansprechpartner

Daniel Feldhaus Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. +49 30 26996-3665 daniel.feldhaus@kas.de