Umfragen in Kampagnen

#politsnack als Audio-Podcast

Zusammenfassung

In diesem #politsnack haben wir uns mit "Umfragen in politischen Kampagnen" beschäftigt. Wie sind sie für die Kampagne zu bewerten und wie nutzt man Meinungsforschung für die eigene Kampagne? Dafür haben wir mit dem Leiter des Hauptstadtbüros von dimap, Florenz Mayer, einem Experten für Meinungsforschung gesprochen.

Grundlagenstudie

Als erstes sollte man bereits einige Monate vor Beginn der Kampagne eine Grundlagenstudie machen. Es ist wichtig zu wissen wie zurzeit die politische Stimmung im Land ist und wie die Spitzenkandidaten von den Menschen wahrgenommen werden, ob positiv oder negativ und was ihre Stärken und Schwächen sind. Der Manager bzw. der Leiter der Kampagne sollte besonders auf die Themenwahl achten. Dabei ist es sehr hilfreich sich die öffentliche Meinung anzusehen und sich dabei zu überlegen, welche Themen den Menschen am Herzen liegen. Außerdem kann man auch die eigenen Argumente testen, um zu schauen wie sie draußen bei der Bevölkerung ankommen. Generell bietet sich für die zeitliche und inhaltliche Kampagnenplanung eine Grundlagenstudie an.

1.    Wie ist die Stimmung im eigenen Lager?

Man kann die politische Stimmung mit einem Blick auf die Regierungszufriedenheit messen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren 74% der Unionsanhänger zufrieden mit ihrer Regierung, während 78% der SPD Anhänger unzufrieden waren. Für die Union ist dies aber eher ein mittelmäßiger Wert, denn man kann erst ab 90% oder mehr von einer Geschlossenheit im eigenen Lager sprechen.

2.    Bewertung der Spitzenkandidaten

Bei der Frage „Welchen Kanzler würden Sie wählen wenn schon am kommenden Sonntag Wahltag wäre", entschieden sich viele für Merkel und wenige für Steinbrück. Eine relevantere Frage für den Wahlkampfleiter ist, wie die eigenen Anhänger dazustehen. So wie z.B. im Sommer 2013: Die Ausgangslage für die Union war fast bei 100%, die sich hinter der Kanzlerin versammelt haben. Für Steinbrück war es eher suboptimal, da sich nur 7 von 10 Anhängern sich hinter dem Kandidaten versammelt haben.

3.    Themensetzung

Bei der Themensetzung sollte man ein wahlentscheidendes Thema wählen, dabei kann man allerdings viel falsch machen und sich am Ende selbst treffen. Daher sollte man sich öffentliche Meinungen einholen um dann schließlich ein passendes Thema zu finden.

4.    Wie profiliere ich meinen Spitzenkandidaten in der Kampagne?

Um seinen Kandidaten authentisch einsetzen zu können, sollten die Stärken und Schwächen beachtet werden. Gut zu wissen ist, wie er draußen von anderen wahrgenommen wird, ob positiv oder negativ, um ihn dann dementsprechend gut vorbereiten  zu können.

5.    Test von Argumenten

Da man dazu neigt, die eigenen Perspektiven und Interessen überzubewerten, lohnt es sich Gedanken darüber zu machen,  wie Deutschland darüber denkt. Es beschweren sich immer wieder Wähler, dass ihre Interessen nicht berücksichtigt wurden, deshalb sollte man ein Thema finden, an dem sich jeder Mensch anpassen kann.

6.    Was ist das wahlentscheidende Motiv?

Es ist gut zu wissen, was überhaupt das wahlentscheidende Motiv ist, um sich darauf vorzubereiten. Einige wählen die Partei aufgrund ihrer langfristigen Bindung und emotionalen Parteimitgliedschaft. 25%  wählen die Partei aufgrund des Kandidaten, daher sollte man gut überlegen wie man ihn am günstigsten einsetzen kann. Dafür muss man natürlich seine Stärken und Schwächen kennen. 53% wählen die Partei aufgrund ihrer Inhalte, daher sollte man gut überprüfen ob alles gut passt. Außerdem kommt es immer öfter vor, dass sich die Wähler erst am Wahltag entscheiden, deshalb ist es wichtig die Menschen bis zum Schluss zu mobilisieren und zu motivieren.

Verfasst von unserer Schülerpraktikantin Sara-Betül Ayyildiz

Ansprechpartner

Daniel Feldhaus Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. +49 30 26996-3665 daniel.feldhaus@kas.de