Fallbeispiel Tipps und Tricks

Stellen Sie sich den täglichen Herausforderungen eines Kommunalpolitikers: demografische Wandel
 

Die Ausgangssituation:

"Der demografische Wandel ist kein Zukunftsphänomen mehr, sondern eine Tatsache und wird sich zu einer der bedeutendsten Herausforderungen für Deutschland und nahezu allen westlichen Industrieländern entwickeln. Die Entwicklung der Bevölkerung lässt sich mit hoher Zuverlässigkeit prognostizieren. Grundlage sind die Geburtenstatistiken, Annahmen über Zuwanderung oder auch der Gesundheitszustand der Bevölkerung. Bereits heute stellt in Deutschland die Gruppe der über 50-Jährigen 40 Prozent der Gesamtbevölkerung dar, während die Altersgruppe der unter 18-Jährigen lediglich 16 Prozent ausmacht." (Quelle: Maja Eib, Daniel Braun: "Demografischer Wandel und Daseinsvorsorge im ländlichen Raum am Beispiel Thüringens", KAS, 2014)

Bei gleichbleibender Geburtenrate, konstanter Lebenserwartung sowie Zu- und Abwanderung wird es in 50 Jahren eine Million Rheinland-Pfälzer weniger geben, so das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in seiner Studie "Rheinland-Pfalz 2050". Die Kernbotschaften der unterschiedlichen Modellrechnungen und Szenarien bis 2050 sind dramatisch, z. B. die Reduzierung der Gesamtbevölkerung, der Anstieg des Medianalters, der steigende Anteil der Menschen über 75 Jahre und der damit steigende Altenquotient oder der Rückgang der Zahl der Kinder im Vorschulalter.
Die Bewältigung des demografischen Wandels entwickelt sich zu einer der größten Herausforderungen unseres Gemeinwesens. Bei den politischen Akteuren aller Ebenen ist der demografische Umbruch ein zentrales Thema. Es geht darum Strategien zur Problembewältigung zu entwickeln. Der demografische Wandel wird sich voraussichtlich auf alle, zumindest aber auf viele kommunale Handlungsfelder auswirken.

 

Ihre Aufgabe:

Wie gehen Sie in Ihrer Gemeinde mit dieser Situation um? Wie können Sie eine Stabilisierung in Ihrer Kommune erreichen? Wie können Sie sich auf die Zukunft verantwortlich vorbereiten?

 

Antwort 1:

Zunächst geht es darum, eine möglichst genaue Analyse der Ist-Situation und der Entwicklungsperspektiven zu erhalten. Aus diesem Grund steht die Erarbeitung und Aufbereitung der wesentlichen Informationsgrundlagen im Vordergrund. Hierbei geht es um langfristige und differenzierte Prognosen insbesondere zur Entwicklung der Bevölkerung in meiner Gemeinde und dem Arbeitsmarkt. Dies sind unerlässliche Voraussetzungen, um zukunftssichere sowie demografische Entwicklung zu bestimmen. Auf dieser Grundlagen können dann stabilisierende Ziele und Maßnahmen bestimmt werden.

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Antwort 2:

Eine Stabilisierung kann durch die Formulierung von Leitzielen, einem eindeutigen Stadtprofil und einer Umsetzung von Leuchtturmprojekten erreicht werden. Hierzu wird die Stadtentwicklungsplanung ressortübergreifend unterschiedliche Handlungsbereiche bearbeiten. Das so entstandene Leitbild Demografie wird Teil der kommunalen Entwicklungsstrategie. Alle anderen Konzepte und Maßnahmen müssen dementsprechend geprüft werden: Sind diese im Sinne des Profils und des Leitziels Demografie zukunftsfähig? Das Leitbild muss entsprechend den Veränderungen regelmäßig evaluiert und angepasst werden.

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Antwort 3:

Bevor ein Aktionismus entsteht, wird die örtliche Gemeinschaft als aktiver Partner mit einbezogen. Es gilt einen stetigen Informations- und Kommunikationsprozess in der Öffentlichkeit zu initiieren und zu begleiten. Der Grund liegt darin, dass die künftigen Anforderungen von unserer Kommune nicht allein bewältigt werden können. Zudem sind interkommunale Kooperationen und die Einbeziehung anderer kommunaler Akteure (z. B. Wirtschaft, Verbände, Vereine) notwendig. Hier bietet sich die Chance für meine Kommune neue Kooperationsformen und Netzwerke zu bilden.

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