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5. Welche Energien werden wir in Zukunft nutzen?

Die Zivilisation der Menschheit, unser hoher Lebensstandard, unsere Mobilität und die industrielle Wirtschaft hängen von der ständigen Verfügbarkeit von Energie ab. Da fossile Energien im Gegensatz zu erneuerbaren Energien für ihre Erschließung komplett andere Infrastrukturen benötigen, ist die Energiewende für uns der größte Strukturwandel seit der industriellen Revolution.

Viele erneuerbare Energiequellen nutzt der Mensch seit Beginn der Zivilisation. Andere – wie die Photovoltaik, die Sonnenenergie direkt in Strom umwandelt – erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Seit Beginn der Energiewende sind die Technologien der Umwandlung und Speicherung von erneuerbaren Energien in hohem Tempo weiterentwickelt worden. Zahlreiche Wissenschaftler schätzen es daher als realistisch ein, dass die Energieversorgung der Menschheit bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts vollständig auf erneuerbaren Energien basieren kann; bei schnellem Umbau sogar noch früher.

Vision zur globalen regenerativen Energieversorgung:

Anteil der Energieträger am Primärenergieverbrauch in Deutschland 2050


Grafikquelle: © Richard Stickel, Nina Schumann / www.silberfuchs-verlag.de nach 
Daten aus: Hauptgutachten Welt im Wandel 2011, hg.v. Wissenschaftlichem Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), S. 129

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) stellt in seinem Hauptgutachten 2011 fest, dass die technologischen Potenziale der erneuerbaren Energien für eine Vollversorgung bis 2050 ausreichen. Allerdings müsse für dieses Ziel das energische Tempo des Ausbaus beibehalten und den erneuerbaren Energien im Gesamtsystem Priorität eingeräumt werden. Gleichzeitig müsse unser Energieverbrauch erheblich gesenkt werden. Die Wissenschaftler des Beirates haben dafür viele Vorschläge – wir müssten zwar erst einmal Geld investieren, könnten aber auf längere Sicht viel Geld sparen, da wir keine fossilen Energieträger mehr einkaufen müssen:

  • Wir können unseren Verkehr auf energiesparende Elektromobilität umstellen.
  • Wir können unsere Gebäude besser dämmen, damit durch Wände und Fenster nicht soviel Wärme verloren geht.
  • Wir können die Umgebungswärme von Gebäuden mit Hilfe von Wärmepumpen zur Heizung nutzen.
  • Wir können bei der Stromerzeugung in Kraftwerken auch die Abwärme mitnutzen (KWK: Kraft-Wärme-Kopplung, Blockheizkraftwerke).
  • Wir nutzen überschüssigen Strom aus Wind und Sonne, um aus Kohlendioxyd durch Elektrolyse und Methanisierung synthetisches Methan herzustellen – den Hauptbestandteil von Erdgas. Dieses kann in unseren vorhandenen Erdgasnetzen nach Bedarf transportiert und über lange Zeiträume gespeichert werden.

 

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