Modul 4: Digitale Demokratie mit digitalen Tools erfahren
In diesem Modul entdeckst du, wie du digitale Tools gezielt einsetzen kannst, um politische Teilhabe für deine Schüler und Schülerinnen praktisch erlebbar zu machen. Du lernst Plattformen und Anwendungen zur Mitgestaltung kennen und erfährst, wie du digitale Vernetzung, Austausch, Diskussionen und Abstimmungen didaktisch sinnvoll anleitest. Dabei bekommst du Ideen, wie du Lernende dazu motivierst, eigene Beiträge aktiv in schulische, berufliche oder private Kontexte einzubringen.
Digitale Tools - kompakte Übersicht
Definition:
Online-Tools sind internetbasierte Werkzeuge, mit denen Menschen Demokratie aktiv gestalten, sich informieren und ihre Meinung äußern können. Sie machen politische Beteiligung niedrigschwellig, zeit- und ortsunabhängig erfahrbar.
Beispiele:
- Wahl-O-Mat – Wahlentscheidungshilfe der Bundeszentrale für politische Bildung
- Testet, wie persönliche Ansichten zu Parteiprogrammen passen
- https://www.bpb.de/themen/wahl-o-mat/
- FragDenStaat - Anfragen an Behörden stellen, Transparenz fördern
- Demokratie-Wegweiser – Verantwortliche Politiker und Politikerinnen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene finden, Kontakt aufnehmen
- openPetition – Eigene Petitionen erstellen, unterschreiben und verbreiten
- Abgeordnetenwatch – Fragen an Politiker und Politikerinnen stellen, öffentliche Antworten einsehen, transparente politische Beteiligung
Tipp: Nimm dir 10 Minuten Zeit, die Seiten kurz anzuschauen und die Funktionsweise zu erfassen.
Wie viel Zeit sollte man für die Fortbildung einplanen?
Inhaltlicher Aufbau & Tipps
Diese Fortbildung ist als Sammlung von Impulsen, Übungen und Unterrichtsideen gestaltet, die du flexibel in verschiedenen Fächern und Lernsettings einsetzen kannst. Sie besteht aus drei Modulen:
- Grundlagen: Schüler und Schülerinnen setzen sich mit dem Begriff „Digitale Demokratie“ auseinander und reflektieren dessen Bedeutung.
- Chancen und Risiken: Du lernst Methoden kennen, um in deinem Unterricht demokratische Herausforderungen im digitalen Raum zu thematisieren.
- Tools & Praxis: Vorstellung von Online-Tools, die demokratische Prozesse erlebbar machen und im Unterricht erprobt werden können.
Zu jedem Modul findest du konkrete Unterrichtsvorschläge sowie Materialien im Handout.
Relevanz für die Berufsschule
Schüler und Schülerinnen an Berufsschulen bringen unterschiedliche digitale Vorerfahrungen und Lebensrealitäten mit. Während manche viel Technikroutine besitzen, haben andere nur begrenzten Zugang zu digitalen Geräten oder wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen Anwendungen. Diese Unterschiede beeinflussen Lernen und die Fähigkeit, sich sicher und kritisch im digitalen Raum zu bewegen.
Die Berufsschule bietet einen zentralen Ort, um digitale Basiskompetenzen, Medienkritik und politische Mündigkeit zu fördern und damit allen Schülern und Schülerinnen demokratische Teilhabe zu ermöglichen.
In allen Bundesländern sind digitale Medienbildung und politische Bildung fest verankert, z.B. in Sozialkunde, Politik und Gesellschaft oder Politische Bildung:
Berlin/Brandenburg
- Politische Bildung: demokratische Teilhabe fördern
- Digitale Kompetenzen: kritischer & sicherer Umgang, Bewusstsein für Desinformation
- Digitalisierung: Auswirkungen auf Arbeit, Gesellschaft, Kommunikation verstehen
Bayern
- Digitale Medien: politische Prozesse & Meinungsbildung beurteilen
- Eigene politische Rolle: reflektieren & mitgestalten
- Digitale Demokratie: aktive politische Mitwirkung
Auf dieser Basis wurden die Kompetenzen formuliert, die Schüler und Schülerinnen im Rahmen dieser Fortbildung entwickeln können.
Unterrichtsvorschlag: Kreative Gruppenarbeit
Die Schüler und Schülerinnen erforschen ein digitales Tool und entwickeln eigene Präsentationen, um die Anwendung zu reflektieren und zu teilen.
Schritt 1: Themenauswahl & Tool-Überblick
- Arbeitsblatt 4: Themen-Karten mit QR-Codes verteilen (Handout, Seite 10)
- Schüler und Schülerinnen scannen die Codes und bekommen einen ersten Überblick über die Tools
- Jede Gruppe wählt ein Tool für die weiteren Aufgaben aus
Schritt 2: Tool ausprobieren und reflektieren
- Tool gründlich testen, Funktionen erkunden
- Chancen und Risiken erkennen:
- Welche Möglichkeiten der politischen Teilhabe bietet das Tool?
- Wo liegen Einschränkungen oder Risiken?
- Wichtige Merkmale, Besonderheiten und erste Eindrücke notieren
Schritt 3: Kreative Anwendungs- und Präsentationsformen entwickeln
- Konkrete Anwendungsideen überlegen:
- Wie kann das Tool praktisch in Schule, Unterricht, Betrieb oder Alltag genutzt werden?
- Kreative Möglichkeiten entwickeln, das Tool zu erklären oder zu nutzen
- Peer-to-Peer-Prinzip: Ideen an andere Gruppen weitergeben
- Lehrkraft unterstützt bei Umsetzbarkeit und stellt ggf. zusätzliche Materialien bereit
Schritt 4: Präsentation
- Ergebnisse gemeinsam in der Gruppe aufbereiten (z. B. Vortrag, Poster, PowerPoint, Video, Fotos…)
- Präsentation im Plenum
- Würdigung der Arbeiten motiviert zur Weiterarbeit mit den Tools
- Optional: Grundlage für Bewertung der Unterrichtseinheit
Worum geht es in diesem Modul?